Das Kennzeichen auf der Packung wird oft als Empfehlung gelesen. Es ist etwas anderes – und der Unterschied ist im Alltag entscheidend.
Was ein Kennzeichen aussagt
Die Kennzeichen der Unterhaltungssoftware Selbstkontrolle geben an, ab welchem Alter ein Spiel abgegeben werden darf: ohne Altersbeschränkung, ab 6, ab 12, ab 16 und ab 18 Jahren.
Rechtlich ist das eine Unbedenklichkeitsprüfung nach dem Jugendschutzgesetz: Geprüft wird, ob eine Beeinträchtigung der Entwicklung zu erwarten ist. Nicht geprüft wird, ob ein Spiel gut, geeignet oder für die Altersgruppe interessant ist.
Ab 12 heißt also nicht: für Zwölfjährige gemacht. Es heißt: für Zwölfjährige unbedenklich. Viele Spiele mit dieser Einstufung richten sich inhaltlich an Erwachsene.
Die Zusatzangaben
Aussagekräftiger als die Zahl sind die ergänzenden Hinweise, die inzwischen mit ausgewiesen werden. Sie benennen zum einen Inhalte – etwa Gewaltdarstellung, Schreckmomente oder Sprache –, zum anderen Nutzungsrisiken:
- Käufe innerhalb des Spiels
- Chatfunktionen mit Fremden
- Weitergabe von Standortdaten
- Glücksspielähnliche Mechaniken
Für Eltern sind diese Angaben brauchbarer als die Altersgrenze. Ein Spiel ohne Altersbeschränkung mit offenem Sprachchat ist etwas anderes als eines ohne.
USK und PEGI
PEGI ist ein europäisches Selbstkontrollsystem mit den Stufen 3, 7, 12, 16 und 18. In Deutschland ist es nicht rechtsverbindlich – maßgeblich ist die USK.
Die Einstufungen weichen regelmäßig voneinander ab, weil die Maßstäbe unterschiedlich sind. Bei importierten Fassungen findet sich manchmal nur das PEGI-Zeichen; darauf lässt sich für die deutsche Rechtslage nicht bauen.
Der App-Laden ist ein Sonderfall
Die Alterseinstufungen in den Läden für Mobilgeräte stammen von den Plattformbetreibern und kommen anders zustande als eine USK-Prüfung. Sie beruhen teils auf Selbstauskünften der Anbieter.
Wer sich in diesem Bereich orientiert, sollte die Angaben deshalb als groben Anhaltspunkt nehmen und ergänzend selbst hineinsehen.
Was das für die Auswahl bedeutet
Das Kennzeichen als Untergrenze verstehen, nicht als Empfehlung. Die Zusatzangaben lesen. Und bei jüngeren Kindern: einmal selbst zwanzig Minuten spielen. Das ersetzt jede Einordnung von außen.